Scheibe
Rasen
Mugge
Heilbronner Muggeseggele

2008/02/10 - Teamsport mit hohem Grad an Fairness (Südkurier 11.2.)

Deggenhausertal (gj) Turnierleiter Thomas Napieralski war am Wochenende ein viel gefragter Mann. Der Grund: Er richtete unter der Bezeichnung "New Games Frisbeesport" zum dritten Mal ein Qualifikationsturnier zur dritten Liga im Deutschen Frisbeeverband aus.

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Mit dem Ruf "Unterländer, Unterländer hopp, hopp hopp", stärkten sich die Spieler von Ultimate Frisbee Heilbronn gegenseitig. Sie waren eine von acht Mannschaften, die sich am Qualifikationsturnier in Wittenhofen für die dritte Liga beteiligten.

"Wittenhofen mit der Alfons-Schmidmeister-Halle bringt ideale Voraussetzungen für die Austragung eines solchen Turniers mit. Wir haben die Möglichkeit, die Leute zu verpflegen, sie können hier schlafen und haben dazu noch die Möglichkeit, Hallenbad und Sauna zu besuchen", sagt Napieralski.Pfiffe in der Halle sind nicht auszumachen und einen Schiedsrichter auf der Spielfläche sucht man vergeblich. Das Warum ist schnell ausgemacht: Das Spiel mit der 24 Zentimeter großen Scheibe ist ein Fair-Play-Game. Ultimate Frisbee ist die Königsdisziplin der Frisbeesportarten, eine schnelle und in allen Spielphasen auf Fairness ausgerichtete Sportart mit Elementen aus Basketball, Fußball und American-Football. Am diesjährigen Turnier beteiligten sich Mannschaften unter anderem aus Düsseldorf, Heilbronn, München, Bad Rappenau, Konstanz und Stuttgart. "Frisbeespieler sind überwiegend Studenten, Frisbee ist ein aus den Hochschulsport stammendes Spiel mit letztendlich therapeutischer Funktion", sagt Peter Deißler, Betreuer und Trainer der "Heilbronner Muggeseggele". Das Spiel ist schnell, anspruchsvoll und fordert vom Gegner Achtung und Respekt. Dies ist auch der Grund, weshalb das Spiel mit der Scheibe therapeutisch bei Problemgruppen einsetzt wird. So in der Jugendvollzugsanstalt Heilbronn und an Schulen für Schwererziehbare. "The Spirit of Game und das Fair-Play steht bei diesem Spiel im Vordergrund", ergänzt Deißler. Gefragt nach der Siegerehrung, muss der Spielleiter passen. " Bei einem Spiel nach den Vorgaben und Regeln von Fair-Play erübrigt sich eine Siegerehrung. Das würde der Spielidee widersprechen", betont der Trainer. Monika Knoll